Dies wird sicherlich nicht der ultimative Ratgeber sein. Es sind Gedanken einer Mama, die das Frau sein vermisste. Die ihre Gedanken dazu niederschreibt. Und wer weiß, vielleicht findest auch du dich darin wieder?
Während  ich diese Zeilen nieder schreibe und unter anderem die letzten sieben Monate Revu passieren lasse, stelle ich eines sofort fest- gib dem ganzen Zeit. Es wird nicht von heute auf morgen wieder so sein, wie es damals war. Und so wie es damals war, wird es auch nicht mehr sein. Puff – diese Illusion zerplatzt in diesem Moment.
Von Tag Eins an, nach der Geburt deines Kindes bist du schlagartig Mama. Funktionierst von Sekunde Null. Gibst dich deiner neuen Aufgabe, hingebungsvoll und aufopfernd hin. Umsorgst und liebst bedingungslos.
Die aufregendste und zugleich spannendste Zeit liegt vor dir und dem Vater deines Kindes. Ihr habt, wenn ihr nicht bereits Eltern seid, keinen Fahrplan auf der Straße der Kindeserziehung. Stürzt euch in das Abenteuer Elternsein, ohne genau zu wissen was ihr tut. Handelt intuitiv.
Vielleicht stehst du am Anfang nicht alleine vor dieser Mammut- Aufgabe und dein Partner/ deine Familie unterstützt und begleitet dich dabei. Schön so. Auch weil es dir vielleicht nach dem Abschied deiner Schwangerschaft und der Geburt deines Kindes  noch nicht so gut geht. Körperlich und/ oder auch seelisch.
Tag für Tag lernst du neues dazu. Du lernst mehr über dich und erfährst zugleich mehr über dein Kind. Ihr lernt euch kennen. Wisst schon bald einzuschätzen, was der andere gerade braucht. Du erfährst zugleich eine andere Art von Liebe. Eine ganz besondere Liebe. Die Mutterliebe.
Es pendelt sich mit der Zeit alles ein. Ihr habt einen Ablauf über den Tag.  Ihr seid ein eingespieltes Team.  Die Tage vergehen. Wochen. Monate. Die Routine läuft, der Alltag plätschert vor sich hin. Du funktionierst.
Du funktionierst in der Rolle der Mama. Natürlich gern, denn so hast du es dir schon immer gewünscht.
Der Wunsch wieder Frau sein zu dürfen
Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt. Der Wunsch wieder Frau sein zu dürfen. Dich erfüllt das Mamasein voll und ganz. Jedoch bist du immernoch du. Du als Frau. Ehefrau, Partnerin. Denn auch eine Beziehung kommt zu kurz. Man sehnt sich nach Zweisamkeit und Zärtlichkeit.
Es wird nicht mehr so sein wie früher 
Es wird nicht mehr so sein wie früher. Muss es auch nicht und wird es auch nicht. Du hast dein Leben zuvor genossen und gelebt. Doch irgendwann hat dich auch das nicht mehr erfüllt, sodass du dich bewusst für dieses Kind entschieden hast und somit auch dein Leben geändert hast.
Dennoch bist du ein eigenständiger Mensch, eine eigenständige Frau. Und das solltest du nie aufgeben. Es wird immer ein Teil von dir sein. Mama sein bedeutet nicht, dass man sich als Frau völlig aufgeben muss. Es ist anstrengender als vorher und es bedeutet auch, dass man sich besser organisieren muss, aber es geht. Jede Mama sollte das Privileg haben und es sich nicht verwehren lassen, freie Momente zu haben, in denen sie Kraft tanken kann. Durchatmen kann.
Denn nur so kannst du die beste Mutter für dein Kind und die beste Frau für deinen Partner sein.
Doch wie erweckst du die Frau die du einst warst wieder zum Leben?
Get a Life!  Integriere was dir früher auch wichtig war in dein Leben. Werde kreativ im Gestalten deines Alltags! Suche das ehrliche, offene Gespräch mit anderen Mamas. Du bist nicht alleine mit deinen Gedanken und Gefühlen. Lass dich unterstützen, nimm Hilfe an – damit du immer wieder zu dir kommst.
Brezel dich auf!  Ein Baby zu versorgen oder zu erziehen ist ein ständiger Kampf gegen die Zeit. Stundenlage Styling-Sessions sind oft einfach nicht drin. Überhaupt glauben viele Mamas, dass es jetzt Wichtigeres gibt, als diesen oberflächlichen Zirkus. Recht haben sie, wenn es nur darum geht andere zu beeindrucken. Unrecht haben sie, wenn sie sich ein wenig Badezimmerzeit nicht um ihrer selbst gönnen. Wenn das Kind noch klein ist, machen viele Mamas den Fehler sich nur auf ihre Mutterrolle zu fixieren und wundern sich, wenn die Welt sich ohne sie weiterdreht. Aber gutes Aussehen muss nicht allzu viel Zeit kosten und ist für ihr Ego umso kostbarer. Es geht nämlich nicht um Perfektion, sondern um ihre natürliche Weiblichkeit, die abseits vom Kinderspielplatz unterstrichen werden soll. Figurbetonte Kleider (auch wenn die Babypfunde noch nicht vollständig verschwunden sind!), eine neue Frisur oder ein Blitz-Make Up genügen bereits, um das eigene Spiegelbild optisch attraktiver zu finden.
Nimm dir die Zeit!  Trotz Speed Styling, Fakt ist, Zeit ist der größte Feind einer Mama. Denn sie fehlt hinten und vorne. Was man dagegen tun kann? Ganz einfach: Sich welche beschaffen! Zeit bekommt man als Mama nicht geschenkt, man muss sie sich nehmen. Und zwar solche, die du ausschließlich für dich nutzt. Zwei feste Termine in der Woche sollten dir, deinem Hobby, Freunden oder einfach nur der Erholung gehören. Bitte den Partner, befreundete Mamas, Verwandte oder Babysitter um Unterstützung.
Nicht die Mama!  Früher nannte dich dein Partner noch Schatz oder Darling, heute ruft er dich nur noch Mama? Das ist nicht gut! Im Gegenteil: Spätestens jetzt sollte die Reissleine gezogen werden. Bitte deinen Liebsten, dass er dich wieder bei deinem richtigen Namen oder deinem früheren Kosenamen nennt. Schließlich bist du nicht seine Mama. Und wer nur noch als Mama gerufen wird, fühlt sich auch bald so. Umgekehrt gilt dasselbe: Wer als Geliebte betitelt wird, fühlt sich als Frau gleich viel begehrenswerter.
Verbanne die Babysprache!  Auch die typische Babysprache macht aus einer sexy Frau lebenslänglich eine Vollzeit-Mutti. Natürlich sollten wir mit unseren Kindern liebevoll und leicht verständlich sprechen, doch in der Erwachsenenwelt haben die “gagagas” und “gugugus” nichts zu suchen. Wer Frau bleiben will, muss auch sprechen wie eine. Und ganz ehrlich nicht nur wie Mamas sprechen, sondern auch über was Mamas sprechen, grenzt manchmal ans Gagaland. Tipp: Alles was ins Baby rein geht und irgendwann mal wieder rausgeht, sind No Go Themen für den Kaffeeklatsch.
Paar-Zeit! Erwachsenen-Dinge tun. Ein Kind ändert nicht nur deine Rolle als Frau, sondern auch die Beziehung zum Partner. Aus Geliebte und Geliebter werden Eltern, die sich meist an zweiter Stelle hinter die Kinder setzen. Egal ob der Vater deiner Kinder oder ein neuer Mann in deinem Leben, man ist nicht mehr zu zweit, sondern mindestens immer zu dritt. Jedenfalls die meiste Zeit. Wenn Partner sich nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit schenken, kann das Beziehungsleben leiden. Nehmt euch deshalb feste Auszeiten nur zu zweit, denn die sind fast genauso wichtig wie die Stunden als Familie.

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